Allgemein

Saatgutverordnung, die 2.

29. Juli 2013

In der Saatgutverordnung steht unter 3.1:

Ferner ist Pflanzenvermehrungsmaterial, das von zwei Personen ausgetauscht wird, die keine Unternehmer sind, vom Geltungsbereich der Verordnung ausgeschlossen.

Das klingt erst einmal gut. Ich darf also Pflanzenvermehrungsmaterial – Saatgut, Jungpflanzen, Klone, Stecklinge, alles woraus man neue Pflanzen ziehen kann – mit meinen Gartenfreunden tauschen, ohne es zertifizieren zu lassen. Hurra. Wenigstens etwas.

Aber darf ich auch auf dem Pflanzenraritätenmarkt Essen bei der Gärtnerin meines Vertrauens Jungpflanzen kaufen? Oder ist sie eine Unternehmerin im Sinne dieser Verordnung? In Artikel 3 Absatz 6 finde ich die Antwort:

„Unternehmer“ eine natürliche oder juristische Person, die in Bezug auf
Pflanzenvermehrungsmaterial berufsmäßig zumindest eine der folgenden Tätigkeiten
ausführt:
(a) Erzeugung; DE 28 DE
(b) Züchtung;
(c) Erhaltung;
(d) Angebot von Dienstleistungen;
(e) Bewahrung, einschließlich Lagerung, und
(f) Bereitstellung auf den Markt.

Gärtner ziehen berufsmäßig Jungpflanzen groß, also fallen sie unter diese Regelung und müssen sich registrieren lassen und die u.a. Nachverfolgbarkeit, Gesundheit der Pflanzen sicherstellen. Das ist sehr viel Aufwand und teuer. Ich glaube, für meine Gärtnerin würde das zu viel werden. 🙁

Aber es gibt noch eine Möglichkeit, die Nischenmärkte… dazu bald mehr…

 

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