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Wert der Woche – Respekt

2. November 2017

Denke ich an „Respekt“ klingt mir zunächst dieses Lied im Ohr „Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe“ (von wem war das nochmal?).

Das Lexikon der Werte (www.wertesysteme.de) definiert Respekt als „Die Achtung von Individuen aus Gründen pauschaler Wertschätzung“. Das Wort entstammt dem Latainischen respectus und bedeutet Rücksicht, Berücksichtigung.

„Ein wahrhaft großer Mann wird weder einen Wurm zertreten noch vor dem Kaiser kriechen.“

– Benjamin Franklin

Das Wort Respekt wird auch als Synonym für Ehrfurcht verwendet. Eine stärkere Steigerung wäre Angst. Respekt wird auch als Synonym für Anerkennung verwendet:

Doch ehe man Respekt genießt, muss man ihn verdienen. Und um ihn zu verdienen, darf man sich ihn nicht wünschen.

-Leo Lolstoi

Respekt ist eines der größten Schätze des Lebens. Ich meine, worauf läuft alles hinaus, wenn du ihn nicht hast?

-Marilyn Monroe

 

Doch wenn ich zu meinem Gegenüber sage oder denke: „du verdienst meinen Respekt nicht“, dann mache ich es mir ganz schön einfach. „Du bist verantwortlich dafür, dass ich dich respektiere. Meinen Respekt musst du dir erst einmal verdienen.“ Ich nehme mir die Verantwortung mich dem anderen gegenüber respektvoll zu verhalten. Welch eine Erleichterung. Mein Gegenüber hat es ja auch gar nicht verdient. Aber, geht es mir damit wirklich gut?

Respekt – to get it, you must give it.

Würde es mir besser gehen, wenn ich mit meinem Gegenüber respektvoll umgehe (egal, ob es verdient ist oder nicht)? Vor allem würde es unsere Beziehung zueinander verbessern? Verhalten wir uns Menschen gegenüber respektvoll, so bekommen wir Respekt auch zurück:Wir sagen freundlich „Guten Tag“ und erhalten einen Gruß zurück.

Die Freundschaft fließt aus vielen Quellen, am reinsten aber aus dem Respekt.

-Daniel Defoe

Respekt ist ein wichtiger Schlüssel für gesunde Beziehungen, seien es Partnerschaften, Eltern-Kind-Beziehungen, Nachbarschaften, Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen. Mit Respekt funktioniert es besser, denn Respekt verbindet uns miteinander. Das macht uns glücklich.

Habe stets Respekt vor dir selbst, Respekt vor anderen und übernimm Verantwortung für dein Handeln.

-Dalai Lama

Ein paar Ideen für respektvolles Verhalten:

  • freundlich grüßen
  • aufmerksam zuhören (ohne aufs Handy zu schauen und ohne zu unterbrechen)
  • auf augenhöhe gehen (bei Kindern, oder in der Sprache zwischen Menschen)
  • den anderen sehen

Ich habe diverse Aussagen und Schlagzeilen mit dem Tenor: wir haben immer weniger Respekt in unserer Gesellschaft gelesen. Warum?

Ein wichtiger Faktor für Disrespekt ist die Anonymität. Das kennen wir schon aus dem Auto. Sitzen wir in unserer Kiste fällt uns das Schimpfen über die anderen Autofahrer viel leichter: „Hat der seinen Führerschein im Lotto gewonnen?“, „Typisch Frau.“, „Ey Olle, fahr doch mal“ usw.

Die Digitalisierung trägt ebenfalls ihren Teil dazu. Wir sind zwar in den sozialen Medien nicht immer anonym, doch haben wir genug Distanz zu anderen und Dinge die uns persönlich sehr schwer über die Lippen kommen, sind fix dahingeschrieben und abgeschickt. Eines der traurigsten Beispiele war für mich das „Schluss-Machen-per-whatsApp“.

Einfach ist es und es tut wohl gut. Mal so richtig Dampf ablassen. Seine Meinung kundtun ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Aber tut es uns wirklich gut? Wir haben kurzfristig einen Triumpf nach dem Motto, denen hab ich es gezeigt, aber irgendwie bleibt ein Gefühl der Leere zurück. Dort wo Respekt Verbundenheit schafft, erzeugt das Gegenteil Distanz.

Eine Besonderheit hier ist die Verbundenheit zu denjenigen, die meine Meinung teilen und ähnlichen Frust haben, sei es auf ein Mobbingopfer, die Ausländer, die Grünen, die Gelben, die Roten, die Braunen oder die Schwarzen, oder wen auch immer. In so einer Gruppe gibt es auch eine Verbundenheit – verbunden durch die gemeinsame Meinung. Das ist die einzige Verbundenheit, die wir haben, und die müssen wir schützen. Sie nimmt zu je mehr wir uns von anderen Gruppen isolieren. Wollen wir das wirklich?